Was ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung?

CED steht für chronisch entzündliche Darmerkrankung. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die Krankheiten Morbus Crohn (MC) oder Colitis Ulcerosa (CU), es gibt aber noch viele andere Unterformen. Einfach gesagt, ist CED eine Überreaktion des Immunsystems. Die Erkrankung verläuft in Schüben – sprich: Manchmal ist es schlimm, manchmal besser. Während bei CU nur der Dickdarm betroffen ist, kann sich MC bis in den Mundraum hochziehen. Nur weil man aber auch mal eine Magenschleimhautentzündung oder eine Zahnfleischentzündung hat, heißt das nicht direkt, dass man Morbus Crohn hat. Welche Form der CED vorliegt, lässt sich bei der Endoskopie plus der feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop feststellen – und manchmal lässt es sich auch gar nicht feststellen. Bei mir schwanken die Diagnosen zum Beispiel hin und her. Die CED ist offenbar nicht klar zuzuordnen.

Was bedeutet die Diagnose CED für mich?

CED bedeutet erstmal, dass mein Darm dazu neigt, sich zu entzünden. Das Ziel ist: Remission – so heißt die Zeit, in der mein Darm nicht entzündet ist. Für dieses Ziel gibt es zwei Aufgabenstränge: Der eine Strang liegt bei den Ärzt*innen: Sie suchen mit mir zusammen nach Therapiemöglichkeiten, die den Darm zur Ruhe bringen und möglichst verhindern, dass er sich wieder entzündet. Der zweite Strang liegt bei mir selbst: Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Stress ist nicht Ursache einer CED, aber Verstärker. Und Stress bedeutet nicht nur Deadlines und Überstunden. Stress kann auch sein, sich in seinem Körper nicht wohl zu fühlen oder Freund*innen zu haben, die einen runterziehen oder sich in der Freizeit einfach zu überladen oder Nahrungsmittel zu essen, die der eigene Körper nicht gut verträgt und die den Darm somit stressen. Eine CED zwingt einen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das nervt – ist aber auch eine riesige Chance. Ich wäre definitiv nicht ansatzweise der Mensch, der ich heute bin ohne die CED. Ich habe viele, viele negative Einflüsse aus meinem Leben gestrichen und viel Gutes hereingeholt und dafür bin ich ziemlich dankbar trotz der nur mitteltollen Umstände.

Was muss ich über CED wissen?

Um mal direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind – surprise – chronisch. Morbus Crohn gilt als nicht heilbar. Bei Colitis Ulcerosa gibt es unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, den Dickdarm oder Teile des Dickdarms zu entfernen und die Krankheit damit zu heilen. „Heilen“ ist natürlich relativ zu sehen, weil es nicht ganz ohne ist, Teile des Darms schnipp schnapp rauszucutten, deshalb wird diese Maßnahme nicht sofort ergriffen.

Es ist unheimlich wichtig, den Darm regelmäßig überprüfen zu lassen mit Spiegelung / Ultraschall / MRT. Was „regelmäßig“ bei euch bedeutet, wissen die Ärzt*innen. Hintergrund der Untersuchungen ist nicht nur die Beobachtung der Entzündungen selbst, sondern auch das erhöhte Darmkrebsrisiko, das mit einer CED einhergeht. Ob eine CED vererbbar ist, konnte bisher nicht 100% geklärt werden. Man sagt aber: Es wird nicht die Erkrankung selbst vererbt, sondern nur die Veranlagung dazu. Grundsätzlich liegt das Risiko, dass das Kind ebenfalls erkrankt, höher, wenn beide Elternteile erkrankt sind (36% versus 10% Risiko) und bei Morbus Crohn leicht höher als bei Colitis Ulcerosa.

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