Zwischen sozialem Rückzug und richtigen Entscheidungen

„Vielleicht bleibe ich doch besser zu Hause. Besser für meinen Körper, besser für meinen Stresspegel und nächstes Mal, ja, da bin ich sicher dabei!“ Doch das nächste Mal wurde ich nicht mehr gefragt.
Mit CED trage ich eine permanente Verantwortung mit mir herum – die Verantwortung für meinen Darm. Ich muss ständig und überall davon ausgehen, dass mich Schmerzen durchfahren wie ein Blitz. Dass mir schwindelig wird. Dass ich zusammensacke. Gerade am Anfang einer CED Diagnose ist das nicht weniger als ein soziales Desaster. Wer versucht, sein Sozialleben einfach weiterzuführen, scheitert krachend. Das Ergebnis bei mir? Rückzug. Regelrechte Panik vor Terminen in der Freizeit. Und das Schlimmste: Die Angst, nicht verstanden und als Konsequenz – nicht mehr eingeladen zu werden.
Ich glaube, ich brauchte vier oder fünf Jahre, um da wirklich rauszukommen. Das Rezept? Wundervolle Freunde, die einem auch mal den Kopf zurechtrücken. Eine Familie, die einem den kompletten Rücken frei hält. Viel Verständnis für den eigenen Körper und warum er so reagiert. Und die Erkenntnis, dass mein Körper der ehrlichste und intelligenteste all dieser Supporter ist.
Vielleicht bleibe ich doch besser zu Hause. Aber nicht mehr aus Panik. Sondern aus Liebe zu meinem Körper.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s