Angst.

Sie klopft an die Badezimmertür, wenn man gerade glaubt, alles einigermaßen im Griff zu haben: Die Angst. Erst ganz leise – ein Ziepen im Bauch. Tok. Etwas lauter nach einem anstrengenden Tag. Tok Tok. Und dann sind da eben doch Schmerzen, die nicht zu ignorieren sind – und da ist es völlig egal, dass der Grund vielleicht sogar erklärbar und nicht direkt besorgniserregend ist – da fällt die Angst schon mit der Tür ins viel zu kleine Bad ein, packt dich und lässt alles wieder hochkommen, was jemals aus solchen Schmerzen entstanden ist. „Bleib gelassen“, sagen sie. Absolut richtig, aber sorry, ich bin nicht Buddha – Gelassenheit ist unfassbar schwierig. Was aber funktioniert, so dachte ich, ist durchzuatmen und zumindest aus Angst heraus niemals Entscheidungen zu treffen. Nicht direkt alles in Frage zu stellen, sondern erstmal laufen zu lassen, bis man wieder in der Lage ist, nachzudenken. Und im besten Fall die Badezimmertür wieder einzuhängen und sich freizumachen von der temperamentvollen Randaliererin: der Angst. Und ja, das ist richtig. Aber nachdem ich diesen Text schrieb, fiel mir auf, wie kurz das gedacht ist. Gegenvorschlag: Was ist, wenn die Angst in die Badezimmertür einfällt aber ich im Flur im Wohnzimmertürrahmen stehe und lache? Was ist, wenn ich ihr einen Schritt voraus bin und genau weiß, was sie vor hat? Was ist, wenn ich nicht dagegen ankämpfe, sondern einfach nur beobachte? Dann wird ihr mittelfristig die Luft ausgehen. Punkt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s