Akku leer

Ich nenne sie Life-sucks-and-then-you-die-Tage. Tage, da ist egal wie gut der Weg ist, auf dem du gehst – da ist egal, wie positiv du alles siehst – da ist egal wie achtsam du bist. Da ist Samstag, ein Geburtstag steht an und durch blechernde, rückkoppelnde Lautsprecher kommt die Durchsage: „Achtung, Achtung, hier spricht Ihre Energiezentrale. Betriebsschluss heute schon um 19 Uhr. Mit freundlichen Grüßen, gez. i.A. Körper.“ Fuck you. An Life-sucks-and-then-you-die-Tagen bin ich wütend wie undankbar mein Körper ist. Da versteh ich die Welt nicht mehr und will sie auch gar nicht verstehen. Finde unfair, was passiert, bin enttäuscht und kann mich auch nicht zusammenreißen, irgendetwas objektiv zu sehen. Solche Tage gibt es und das ist okay. Es ist okay, nicht perfekt zu sein. Okay, wütend zu sein. Okay, Situationen erst später einzuordnen. Ein Teil in mir weiß schon, was die Lektion von diesem Wochenende ist: Geduld. Es sind Minitippelschritte, mit denen ich voranschreite, aber nur weil mir das zu lange dauert, können die Schritte nicht größer werden als meine Beine lang sind. Jetzt gerade will ich das aber noch nicht wissen. Jetzt gerade will ich ein bisschen dem Geburtstag hinterherweinen und den Sonntag absolut nur so verbringen wie ich es will. Auf alles scheißen, was ich zu tun hätte. Und die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Weil ich es darf. Weil es okay ist. Weil es Life-sucks-and-then-you-die-Tage gibt, auch wenn niemand das gerne zugibt. Und weil morgen wieder eine neue Woche beginnt.

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