Nur Stress?

„Du hast einfach nur zu viel Stress.“ Meist gefolgt von einem bahnbrechenden Vorschlag, diesen zu eliminieren. Nein. Einfach nein. Stress ist ein Verstärker für chronische Krankheiten – eine sehr bekannte Form ist z.B. Migräne – aber nicht ursprünglicher Auslöser. Stress ist ein Faktor, an dem sich gut drehen lässt, solange die Wissenschaft mit der Ursachenforschung im Schwarzen tappt, aber es ist nichts, was man anderen einfach als Vorwurf vor die Füße kippt als wären sie noch nie zuvor darauf gekommen, an ihrem Leben etwas zu ändern. Wo Stress tatsächlich relevant wird, ist bei der Energieaufteilung. Wer durch chronische Krankheiten weniger Energie zur Verfügung hat, lernt Achtsamkeit. Sich selbst gegenüber. Was bringt mir ein Haufen Geld, wenn ich abends nur noch ein Haufen Elend bin. Ein Job, der so viel Spaß macht, wie meiner, zieht zwar auch Energie, aber 1. weniger als würde ich mich acht Stunden auf den Zeiger der Uhr konzentrieren und 2. ist diese Energie dann genutzt für Zeit, in der ich lache, mich geistig fordere und Themen auf dem Tisch habe, die spannend sind. Mein Arzt sagte: „Keinen Stress haben – das gibt es überhaupt nicht mehr.“ Absolut. Und das ist kein Grund, durchzudrehen. Es gibt tolle Möglichkeiten, Stress zu reduzieren, damit besser umzugehen oder ihn aus gewissen Lebensbereichen zu streichen. Was das angeht, ist jeder sein eigener Aufpasser und weiß auch am besten, was gut tut und was nicht. „Zu viel Stress“ ist subjektiv – weil jede Situation von jedem Menschen anders empfunden, aufgenommen und verdaut wird. Ich arbeite mit mir selbst an mir selbst. Und niemand sonst.

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